Kühl- und Heizsysteme für Kellereien
Die Temperatur nimmt direkten Einfluss auf die Weinqualität. Eine kontrollierte Gärung und optimale Reifebedingungen sind unabdingbar, um die gewünschten Aromen zu entwickeln und zu schnelle Gärung oder Weinfehler zu vermeiden. Während bei der Weißweingärung eher niedrigere Temperaturen gefragt sind (12 bis 18 Grad für die Bewahrung frischer Aromen), erfolgt die Rotweinvergärung idealerweise bei konstanten 20 bis 30 Grad, um Tannine und Körper zu entwickeln. Besonders in umklimatisierten Weinkellern werden daher Kühl- und Heizsysteme zur Gärsteuerung benötigt. Der Stand der Gärprozesse selbst wird am Gärspund gemessen: Anhand der austretenden Gärgase (CO2) wird die Gärentwicklung beurteilt und entsprechende Maßnahmen wie die Zugabe von Hefe oder die Anhebung oder Herabsetzung des Temperaturniveaus als Maßnahmen eingeleitet.
Je nach Größe der zu kühlenden Tanks kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Kühlplatten und Spiralen können für Tanks zwischen 400 und 2.000 Litern Inhalt verwendet werden. Für größere Volumen empfehlen sich Tanks mit partieller Doppelwand: Bei diesen fließt das Kühlmittel (Wasser oder Glykol) großflächig direkt am Tankmantel entlang, wodurch eine effiziente Temperaturkontrolle erreicht wird.
Idealerweise wird bei der Planung der Temperaturlösung auch die künftige Entwicklung der Kellerei berücksichtigt (z.B. bei einem anstehenden Ausbau oder mit der ausreichenden Dimensionierung des Kühlaggregats für einen Kühlraum zur schonenden Lagerung angelieferter Trauben). Die Steuerung der einzelnen Heiz- und Kühlkreise kann manuell (via Kugelhähne) oder zentral per Touchpanel gesteuert erfolgen. Dabei messen Temperaturfühler die Flüssigkeit im Inneren und die Steuerung reguliert die Heiz- und Kühlprozesse über Magnetventile.
Kühl- und Heizlösungen für Tanks von 400 bis max. 2.500 L
Die Temperatursteuerung für kleinere Tanks kann mit kostengünstigeren, mobilen Lösungen erfolgen. Für den passenden Zugang sorgt WOTTLE bereits im Behälterbau.
Möglichkeiten zur Kühlung/Heizung kleinerer Tanks
Die Temperatur in kleineren Tanks mit einem Füllvolumen von 400 bis 2.000 L kann mit Kühlplatten und Spiral-Kühlungen gemanagt werden. Beide Systeme sind auch zum Erwärmen geeignet. Zum Einsatz kommen diese Formen zum Kühlen oder Erwärmen nicht nur in kleineren Weinbaubetrieben, sondern auch bei kleinen Chargen abseits der Hauptproduktion. Kostengünstig und mobil arbeiten sie flexibel und zuverlässig.
Fragen zu Kühlplatten und Spiral-Kühlungen
Kühlplatten sindaus Metall oder aus Kunststoff gefertigt. Ihre Anwendung ist denkbar einfach: Sie werden meistens unter Vorschaltung eines Druckreglers über die Hauswasserleitung befüllt und so entsprechend temperiert (manchmal auch mit entsprechender Kühlflüssigkeit wie Glykol). Eingehängt werden Kühlplatten manuell über das Domtürl.
Da mit der Kühlplatte auch ein Erwärmen des Tankinhalts möglich ist, ersetzt diese den früher verwendeten Heizstab. Auch der wurde einfach übers Domtürl eingehängt, führte aber im näheren Umfeld oft zu Verbrennungen der Hefen im Kuchen und damit zu unerwünschten geschmacklichen Entwicklungen. Die Verwendung einer Kühlplatte schließt das aus.
Kühlplatten sind zur Temperierung von Tankvolumen bis 2.500 L geeignet.
Die Spiral-Kühlung besteht, wie der Name schon sagt, aus einem spiralförmigen Metallrohr, durch das Hauswasser gefüllt wird. Um die Konstruktion vor Beschädigungen zu bewahren, ist ein Druckregler vorgeschaltet. Eingefädelt wird die Spirale über die Tankbefüllung, durch die starre Ausführung taucht sie dabei in den Tankinhalt ein. So kann Temperatur von Volumina bis 2.000 L gezielt gesteuert werden.
Kühlplatten und Spiralkühlungen sind eher für den kleinvolumigen Bereich von max. 2000 bis 2.500 L gedacht. Bei größeren Tanks nimmt die Leistung rapide ab - eine Spirale wäre z.B. mit 5.000 L Volumen komplett überfordert, ihr Einsatz hätte keine spürbare Wirkung. Deshalb ist für Behälter über 2.500 L jedenfalls der Kühlmantel die einzig passende Lösung!
Spiralkühlung aus Edelstahl, die starre Konstruktion erlaubt das Eintauchen in den Tank
Auch bei kleinen Tanks kann per Temperaturregulierung die Gärsteuerung erfolgen
Spiralen und Kühlplatten eignen sich für Behälter bis zu 2.500 L Tankinhalt
Ab 2.500 L: Kühl- oder Doppelmantel
Zum Heizen oder Kühlen von Tanks ab 2.500 L stellt die Ausrüstung mit einem partiellen Mantel die ideale Lösung dar. Die Fläche der Kühlkörper wird je nach Tankinhalt bemessen, Wasser oder Glykol wird über ausreichend dimensionierte Aggregate zugeführt.
Heizen und Kühlen großer Tanks ab 2.500 L
Das Temperieren von Tankinhalten mit einem Kühl- oder Doppelmantel ist eine ideale und zentral steuerbare Lösung, um beliebig viele Behälter einer Kellerei zu regulieren. Dafür wird ein entsprechend leistungsstarkes Kühlaggregat installiert und mittels Kühlleitungen alle Tanks in einem Kreislauf miteinander verbunden.
Fragen zum Heizen und Kühlen per Doppelmantel
Ein Doppelmantel besteht im Wesentlichen aus einem gebogenen Blech mit Schweißpunkten, das außen am Tank angebracht und an den Rändern dicht verschweißt wird. So entsteht der Kühlkörper im Zwischenraum von besagtem Blech und dem Tankmantel. Über eine Zu- und eine Ableitung wird das Kühlmittel (Wasser oder Glykol) im Kühlkörper verteilt, wobei die Schweißpunkte den Verteilungsverlauf im Kühlkörper vorgeben.
Für eine ausreichende Temperierung nimmt die Kühl- und Heizfläche in der Regel 20 bis 30 % der Tankoberfläche ein.
Das Kühlmittel (Wasser oder Glykol) wird vom Kühlaggregat geliefert, wobei die Geräte des von WOTTLE präferierten Erzeugers auch das Heizen ermöglichen. Die Verteilung in der Halle bzw. dem Keller erfolgt über Kühlleitungen aus Edelstahl oder Kunststoff, die zusätzlich zur Steigerung der Energieeffizienz ummantelt sein können. Die Installation dieser Zentralleitungen ist in aller Regel an der Hallenwand in einer Höhe über den Tanks angelegt, die benötigte Verkabelung kann in einer Kabeltrasse (auch: Kabelpritsche oder Kabelrinne) darüber geführt werden. Von hier aus gehen Versorgungsleitungen zu den einzelnen Tanks. Ist Kühlen und Heizen gewünscht, werden diese Leitungen doppelt angelegt.
Die zentrale Steuerung erfolgt über ein Touchpanel, auf dem alle Tanks, die Zieltemperatur und die aktuell mittels Temperaturfühler im Tankinneren gemessenen Informationen verfügbar sind. Von hier aus kann können die am Tank in der Zuleitung verbauten Magnetventile direkt reguliert werden - es fließt dann entsprechend mehr oder weniger Kühl- oder Wärmemittel durch den Doppelmantel.
Die Zu- und Ableitung der Doppelmäntel kann alternativ auch über Kugelhähne manuell gesteuert werden. Dann ist jedoch keine zentrale Regulierung möglich.
Für eine zukunftssichere Kellerei-Temperierung muss (im Falle einer zentralen Kühl- bzw. Wärmeversorgung) das Aggregat ausreichend dimensioniert werden. Dabei sind einige Überlegungen zu berücksichtigen, etwa, ob das komplette Gebäude mitversorgt werden soll oder ob ein Kühlraum zur schonenden Zwischenlagerung der eingebrachten Weintrauben gewünscht ist usw.
Grundlage für die benötigte Leistung ist aber auch das Gesamtvolumen an zu kühlendem Most bzw. Wein, die Anzahl und Größen der Tanks, Länge der benötigten Leitungen, die Wärmedämmungseigenschaften der Kellerei u.v.a.m. Zu berücksichtigen sind im Sinne einer ökonomischen Planung auch eventuelle Zu- und Ausbaupläne.
Bei einer entsprechenden Gesamtplanung berücksichtigen unsere technischen Experten diese Details und koordinieren Konzeption und Umsetzung mit den Subunternehmen.